Als barfender Hunde- und Katzenbesitzer wollen Sie nur das Beste für Ihr Tier. Aus diesem Grund entsteht gerade am Anfang des Barfens oftmals die Angst davor, etwas falsch zu machen. Wir klären Sie heute darüber auf, wie Sie häufige Barf Fehler vermeiden und Ihr Haustier optimal versorgen.

 

Hund rohes Fleisch

Wir sind überzeugt davon, dass Barfen die artgerechteste Form der Hunde- und Katzenernährung ist – vorausgesetzt es wird richtig praktiziert.

Fehler Nr. 1: Zu einseitige Ernährung

Reines Muskelfleisch

Fürs Kätzchen nur das Beste – jeden Tag feinstes Hühnerfilet, frisch vom Metzger, was anderes kommt nicht in den Napf! Was gut gemeint ist, kann leicht nach hinten losgehen. Wenn Sie Ihr Tier nur mit reinem Fleisch ernähren, verzichten Sie dabei auf viele wichtige Nährstoffe, .

Eine artgerechte Tiermahlzeit sollte sich immer am Beutetier unseres Lieblings orientieren – und von diesem werden auch nicht nur die zartesten Stücke gefressen, sondern auch das Fell, die Knochen, die Innereien und der Mageninhalt.

Wolf mit Beute

Der Vorfahre des Hundes, der Wolf, frisst das komplette Beutetier, samt Fell, kleineren Knochen und der Innereien.

Außerdem führt eine reine Fleischfütterung zu einer Proteinüberversorgung: Das Eiweiß muss abgebaut werden, wobei über mehrere Stufen Ammoniak und schließlich Harnstoff entstehen, der über die Niere ausgeschieden werden muss und diese belasten kann. Ein gesunder Hundeorganismus kompensiert das. Wenn allerdings schon eine Vorschädigung vorhanden ist, können die Nieren und auch die Leber dauerhafte Schäden davontragen.

Innereien enthalten weniger Protein und senken dadurch den Gesamt-Proteingehalt einer Mahlzeit. Im Idealfall machen sie rund ein Drittel der Fleischmenge aus. Außerdem gehören auch Ballaststoffe in Form von Gemüse, Obst und Flocken, Knochen als Calcium- und Phosphorlieferanten, sowie Fette in Form von hochwertigen Ölen zu einem ausgewogenen Ernährungsplan.

Katze mit Maus

Auch Katzen fressen ihre Beute „mit Haut und Haaren“.

Nur eine Sorte Fleisch/Fisch

Verschiedene Fleisch- und Fischsorten enthalten Vitamine, Mineralien und Nährstoffe in unterschiedlichen Zusammensetzungen – mehr dazu erfahren Sie in unserem Speiseplan.

Um Ihr Haustier optimal zu versorgen, empfehlen wir aus diesem Grund, zwischen den verschiedenen Fleisch- und Fischsorten abzuwechseln.

Eine Variante wäre zum Beispiel, einen Tag Geflügel, einen Tag Wild, einen Tag Fisch und die restlichen vier Tage Rind zu füttern. Wenn Sie nicht allzu viel wechseln wollen oder können – zum Beispiel aufgrund einer Futtermittelallergie – könnten Sie diese Variante praktizieren: Einen Tag Fisch, einen Tag Wild und die restlichen fünf Tage Pferd.

Katze mit Fisch

Um Ihr Haustier optimal mit allen Nährstoffen zu versorgen, sollten Sie sich nicht auf nur eine Fleisch- oder Fischsorte beschränken.

Fehler Nr. 2: Zu viel oder zu wenig Energie

Unter- und Übergewicht bei Heimtieren ist natürlich kein reines Barf-Problem. Allerdings ist es für viele Barf-Neulinge am Anfang schwer, die richte Futtermenge einzuschätzen. Beginnen Sie einfach mit der Empfehlung für das Gewicht Ihres Hundes und beobachten Sie die Figur Ihres Tieres kritisch: Nimmt es ab? Verliert es langsam seine Taille?

Je nachdem, welche Entwicklung Sie sehen, korrigieren Sie anschließend einfach die Futtermenge nach oben oder unten. Bedenken Sie dabei auch, dass die unterschiedlichen Fleischsorten im Fettgehalt variieren: So ist Pferdefleisch besonders mager, Lamm dagegen eher fett.

Mops

Übergewicht begünstigt viele Erkrankungen wie Diabetes, Herzprobleme oder Arthrose – betrachten Sie Ihren Hund also immer kritisch, ob er von Ihrer Ration zu- oder abnimmt.

Viele Leckerchen können ebenfalls auf die Hüften Ihres Haustieres schlagen. Besonders industriell gefertigte Belohnungen enthalten in vielen Fällen Zucker. Wenn Ihr Hund oder Ihre Katze zu Übergewicht neigt, ersetzen Sie die Goodies durch magere Alternativen wie zum Bespiel getrocknete Pferdelunge oder Tackenbergs Dorsch-Nuggets.

Fehler Nr. 3: Zu viele Knochen

Einen gewissen Knochenanteil benötigen gebarfte Hunde und Katzen sowohl für eine ausgeglichene Ernährung als auch für die Zahngesundheit. Allerdings ist es problematisch, zu viele Knochen zu füttern:

Ist der Calciumbedarf im Blut gesättigt, kann der Organismus kein weiteres Calcium mehr aufnehmen. Dieses ist aber der Hauptbestandteil von Knochen und wird im Zuge der Darmpassage immer zäher. Im Dickdarm wird dem Verdauungsbrei das restliche Wasser entzogen und es bleibt eine zähe, weiße Masse zurück, die die Muskelaktivität des Darms behindert: Es kommt zur Verstopfung, die im schlimmsten Fall operativ behoben werden muss.

Welpe mit Knochen

Mehr ist nicht immer besser! Zu viele Knochen können bei Ihren Haustieren Knochenkot verursachen.

Wie erkenne ich Knochenkot?

Der Hund versucht immer wieder erfolglos, sich zu lösen, schreit eventuell beim Kotabsatzversuch sogar auf. Über starkes Hecheln, einen aufgekrümmten Rücken und Bewegungslosigkeit zeigt er seinen Schmerz an. Teilweise setzen betroffene Hunde nur kleine Mengen blutigen Kot ab oder erbrechen sich. Oft erscheinen sie apathisch oder leiden unter Fieber. Wenn Sie die beschriebenen Symptome bei Ihrem Tier beobachten, suchen Sie bitte sofort einen Tierarzt auf.

Fehler Nr. 4: Zu viele Kohlenhydrate

Wir empfehlen maximal 30 % pflanzlichen Anteil in den Barf-Rationen für Hunde. Katzen sollten aufgrund eines Enzymmangels übrigens gar keine Kohlenhydrate zu sich nehmen. Zu viele Kohlenhydrate belasten die Bauchspeicheldrüse, Leber und die Nieren unserer Haustiere.

Wir sind davon überzeugt, dass viele der s.g. Zivilisationskrankheiten bei Hunden und Katzen auf einen zu hohen Kohlenhydratanteil in der Tierernährung zurückzuführen sind. Wir empfehlen, dass Sie sich am natürlichen Fressverhalten Ihres Haustieres orientieren, das bei Katzen kaum und bei Hunden nur wenig pflanzliche Bestandteile enthält.

Welpe mit Gemüse

Pflanzliche Kost – inklusive den Kohlenhydraten aus Flocken, Kartoffeln und anderem Gemüse – sollten maximal 30% einer Barf Ration ausmachen.

Fehler Nr. 5: Barf als Religion

Sie sind kein Missionar!

Natürlich sind Barfer – und auch wir – davon überzeugt, dass Barf die natürlichste Form der Katzen- und Hundeernährung ist, allerdings ist es nicht unsere und auch nicht Ihre Mission, andere Tierhalter zum Barfen zu bekehren.

Anstatt die Vorteile vom Barfen objektiv und sachlich darzustellen, wird leider oftmals geradezu fanatisch missioniert. Auf das Gegenüber wirkt diese Vorgehensweise oft aggressiv und belehrend und erweckt Widerwillen, anstatt aufzuklären.

Wie kläre ich über eine gesunde Ernährung auf?

Versuchen Sie in Gesprächen mit anderen Tierhaltern über das Barfen zu informieren und auch andere Meinungen zuzulassen – oft sind unsere Mitmenschen unseren Argumenten dann zugänglicher und beginnen selbst, über eine gesunde Ernährung Ihres Lieblings nachzudenken.

Das Brimborium um das Barfen

Wir wollen nur das Beste für unsere Haustiere, die nicht mehr nur Tier, sondern Familienmitglied sind. Natürlich wollen Sie, dass Ihr Hund oder Ihre Katze optimal mit allen Nährstoffen versorgt sind und nehmen die Ernährung Ihres Vierbeiners sehr wichtig.

Katze mit Fleisch

Verzweifeln Sie nicht! Barfen ist gar nicht so schwer. Hören Sie im Zweifel auf Ihr Tier und fragen Sie sich: Was würde es in der freien Wildbahn fressen?

Leider schießt so mancher Tierbesitzer dabei über das Ziel hinaus. Wer jedes hundertstel Gramm auf der Feinwaage abwiegt, stundenlang über Tabellen mit Nährwertangaben sitzt und dessen Hundemahlzeit aus 15 verschiedenen Komponenten besteht, macht sich selbst das Leben schwer.

Hand aufs Herz: Wann haben Sie jemals so intensiv über Ihre eigene Ernährung nachgedacht? Lassen Sie sich nicht von der Panikmache anstecken, die so gerne von verschiedenen „Experten“ propagiert wird.

Natürlich sollten Sie die Hunde- und Katzenernährung trotzdem nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wir empfehlen jedoch ein gesundes Gleichgewicht und eine Futterplanung mit Verstand.

Denn Barfen ist gar nicht so schwer!

 

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