Bei einem jungen, gesunden Hund braucht man sich keine großen Gedanken um die Umstellung machen. Einfach einen „Hungertag“ einlegen und am nächsten Tag die erste Barf-Mahlzeit füttern.

Die Umstellung auf Barf

Nun ist es also soweit: Der Hundehalter hat sich dafür entschieden, endlich zu barfen. Doch schon steht er vor dem nächsten Problem: Wie sollte er am besten umstellen? Eigentlich ist das gar nicht so schwer, zumindest bei einem gesunden Hund im besten Alter. Wir erklären, wie Sie am besten zu einem ordentlichen Barfer werden.

Wie einen gesunden Hund auf Barf umstellen?

Die Umstellung von Trocken- oder Dosenfutter auf Barf kann verschiedenen ablaufen. Einen jungen, gesunden Hund kann und sollte man plötzlich umstellen – sprich, das Futter nicht „ausschleichen“. Ich empfehle sogar, zwischen der letzten Fertigfuttermahlzeit und der ersten Barf-Fütterung einen Hungertag einzulegen, damit der Darm „leer“ ist, wenn er das neue, ungewohnte Fressen bekommt.

Manchmal dauert es ein paar Tage bis der Hund sein neues Futter akzeptiert und/oder verträgt. Keine Sorge – ein paar Tage ohne Futter machen einem Hund nichts aus, schließlich hat der Wolf auch nicht jeden Tag ein Reh erwischt.

Mit welchen Komplikationen muss ich rechnen?

Hat der Hund schon jahrelang Fertigfutter bekommen, dann muss man etwas vorsichtiger vorgehen, weil sich sein Verdauungstrakt schon an den Einheitsbrei gewöhnt und „vergessen“ hat, wie man richtig arbeitet. Zusätzlich können sich über Jahre hinweg Konservierungs- /Farb- und Geschmacksstoffe im Gewebe eingelagert haben. Füttern Sie deswegen zunächst das alte Futter weiter und mischen Sie jeden Tag eine kleine Menge an Barf unter, die Sie jeden Tag erhöhen.

Wird der Hund nun auf Barf umgestellt, dann entgiftet er zunächst seinen Organismus und muss erst wieder die passenden Enzyme herstellen. Dies kann zu Erbrechen, Gewichtsverlust, Juckreiz, Verstopfung oder Durchfall einhergehen. Wenn diese Symptome auftreten, dann steigern Sie den Barfanteil der Ration noch langsamer.

Was mache ich, wenn mein Hund Barf zuerst nicht verträgt?

Lassen Sie sich davon nicht entmutigen, sondern stehen Sie ein paar schwierige Tage durch. Ihr Hund wird es Ihnen danken. Sollte es sehr schlimm sein oder die Symptome nicht nach spätestens 3 Tagen abklingen, dann fragen Sie Ihren Tierarzt um Rat ( am besten einen, der kein Geld mit dem Verkauf von Fertigfutter verdient!). Es gibt Enzyme und Darmkuren, die er Ihrem Hund verschreiben kann, so dass er über die ersten Tage hinweg  Unterstützung bei der Verdauung bekommt.

Als erste Fleischsorte eignet sich Geflügel sehr gut, weil es dank seiner Magerkeit sehr leicht verdaulich ist. Salmonellen machen dem Hund im Übrigen nichts aus, sein Verdauungstrakt wird mit ihnen fertig.

Wie sollte die erste Barf-Mahlzeit aussehen?

Grundsätzlich gilt, dass man mit leicht verdaulichen Fleisch- und Knochensorten beginnt. Weiche Knochen sind zum Beispiel Hühnerflügel oder –hälse. Auch Hühner- oder Putenfleisch ist leichter verdaulich, weil es sehr mager ist. Anfangs können Sie es auch kurz ankochen, so dass Sie es nicht ganz roh füttern müssen. Verarbeiten Sie anfangs auch leicht verdauliches Gemüse und Obst, wie Zucchini und Karotten, Apfel und Birne.

Die pflanzlichen Anteile im Hundefutter müssen immer püriert werden und zusammen mit Öl verfüttert werden, sonst kann Ihr Hund die Vitamine nicht aufnehmen. Am besten beginnen Sie mit einer Fleisch-, Kohlenhydrat-, Gemüse- und Obstsorte. Auf die einzelnen Futterbestandteile gehen wir aber in einem anderen Artikel näher ein. Diese füttern Sie dann eine bis eineinhalb Wochen lang, erst dann probieren Sie eine neue Art aus und beobachten, wie Ihr Hund auf die Umstellung reagiert.

Golden Retriever isst Huhn

Die erste Barf Mahlzeit sollte aus leicht verdaulichen Fleisch bestehen, wie zum Beispiel Huhn oder Pute.

Was mache ich, wenn mein Hund kein rohes Fleisch mag?

Es kann durchaus sein, dass Ihr Liebling zunächst das Futter verweigert, gerade wenn er jahrelang Futter mit Geschmacksverstärkern gefressen hat. Da müssen er und Sie durch, auch wenn er 2 -3 Tage nichts frisst. Stellen Sie immer wieder die Hundeschüssel hin, aber nur für 5 Minuten. Frisst er nichts, wird sie entfernt und erst 5 Stunden später erneut angeboten.

Sollte Ihr Tier auch nach einigen Tagen das Futter verweigern, dann geben Sie ein wenig Fleischsaft von Ihrem gebratenen Fleisch oder Hühnerbrühe von Ihrer Suppe über das Futter. Normalweise hilft das, um den Geschmack anzuregen. Sollte das nicht wirken, können Sie es zunächst noch mit ein wenig Fleischwurst versuchen. Verweigert Ihr Hund dann immer noch das Frischfleisch, dann mischen Sie ein wenig von seinem bisherigen Fressen darunter. Am Anfang etwas mehr, dann können Sie nach und nach den „Appetitanreger“ wieder ausschleichen, indem Sie jeden Tag den Anteil des Fertigfutters verringern.

Auch einen älteren Hund kann man problemlos auf Barf umstellen – man muss nur etwas vorsichtiger damit umgehen.

Wie stelle ich alte, kranke oder allergische Hunde auf Barf um?

Die oben beschriebene Art, das Fertigfutter auszuschleichen und so den Organismus des Hundes langsam wieder an seine eigentlich artgerechte Ernährung zu gewöhnen, empfiehlt sich auch bei alten oder kranken Tieren. Für Hunde, die auf bestimmte Fleischsorten im Fertigfutter allergisch reagieren, geht man nochmal anders vor. Man setzt den Hund auf eine s.g. „Ausschlussdiät“. Sprich, man beginnt mit einer Sorte Fleisch, die der Hund höchstwahrscheinlich entweder noch nie oder nur äußerst selten gefressen hat.

Beispiele sind Pferde-, Straußen,- oder Kängurufleisch. Man füttert zunächst nur diese eine Sorte Fleisch über einen Zeitraum von 3 Wochen und beobachtet ob der Hund neue Allergieanzeichen entwickelt oder die vielleicht schon vorhandenen zurückgehen. Ist dies der Fall, so mischt man eine Sorte Gemüse dazu,  beispielsweise Karotten. Hier muss man keine ganzen drei Wochen warten, sondern nur ca. 10 Tage.

Dann mengt man eine andere, seltene Fleischart darunter und wartet wieder 3 Wochen ab. Sollte der Hund auch auf diese nicht reagieren, kann man auch zu gewöhnlicheren Futtertieren übergehen. Oftmals ist der Allergiker nämlich nicht auf beispielsweise Rindfleisch generell allergisch, auch wenn der Allergietest das aussagt, sondern tatsächlich nur auf „Rind“ in Fertigfutter. „Natürliches“ Rindfleisch wird vom Körper angenommen und kann gefüttert werden. Generell sollte man auch nie vergessen, dass es auch eine Allergie gegen Futtermilben gibt, die in jedem Trockenfutter vorkommen. Auch dieses Problem haben Sie mit der Rohfütterung nicht mehr. Barfer zu sein, birgt eben doch jede Menge Vorteile.

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