Auf seinem Blog „Gassireport“ berichtet der Mischlingshund Rico über seine täglichen Spaziergänge, seine Hundefreunde, ab und an auch über seine Hundefeinde und natürlich auch über seinen Besitzer Maximilian. Ebendiesen haben wir in einem sehr netten Telefongespräch ein wenig in die Mangel genommen und ihn über Rico, Barf und Hundehaltung ein wenig ausgequetscht.

Rico Bunterhund Gassireport

Seit etwas über einem Jahr begleitet Rico nun Maximilian in seinem Leben und seit kurzem bloggt Rico über seine Gassigänge und Erlebnisse,

„Rico war eigentlich nicht geplant“

Maximilian hat einen guten Kontakt zu einigen örtlichen Tierheimen und Hundeschulen, weswegen er dort gut bekannt war. Auch die Tatsache, dass er mit seiner Freundin bereits zwei große Hunde besitzt, war kein Geheimnis, was wohl mit ein Grund dafür war, dass sich das Tierheim Hilden, die Tiertrainerin Alexandra Rosenkranz und die Tierphysiotherapeutin Rosi Lammertz zusammengetan haben, um Maximilian „diesen Hund auf`s Auge zu drücken. Sie wussten ja schon, dass ich mit großen und etwas schwierigen Hunden umgehen kann. Unser Carne Corso Rüde war in der Pubertät ja auch kein ganz einfacher Hund. Meine Freundin behauptet, dass er die Erziehung von ihr hat, aber die Coolness von mir.“

 

Ricos Start ins Leben war kein einfacher: Mit 11 Wochen wurde er vom Veterinäramt beschlagnahmt. Bis zu diesem Tag hat er nicht einmal das Tageslicht gesehen, sondern musste mit seinen Geschwistern in einem Keller wohnen. Dieser wurde weder gereinigt, noch durften die Hunde an die frische Luft.

Rico Bunterhund

Maximilian mit Rico und Fritz, Ricos große Liebe, die schwarze „Motzi“ fehlt leider auf dem Bild.

Ein schwerer Start ins Leben

Rico und seine Geschwister haben dort nichts kennengelernt und der Keller stank geradezu bestialisch.“  Gerade die ersten Wochen sind sehr wichtig für Welpen, alles was sie in der Sozialisierungsphase kennenlernen, wird in ihrem Gehirn als `normal` abgespeichert. Es war also abzusehen, dass die neuen Besitzer der Welpen einiges an Arbeit in die Hunde stecken würden müssten. „Anfangs hatte Rico Angst vor fast allem, sogar Regen und Blätter waren ihm unheimlich. Aber es war nicht nur die Psyche, die angegriffen war, sondern auch die Gesundheit der Hunde. Rico hatte zum Beispiel Plattfüße, war total unterernährt und hatte kaum Muskeln. Die Tierphysiotherapeutin Roswitha Lammertz hat mir sehr dabei geholfen, Rico wieder auf Vordermann zu bringen. Wir haben ihn zum Beispiel auf dem Wasserlaufband trainiert. Das war anfangs gar nicht so leicht, weil er Angst vor dem Wasser hatte.“

„Heute ist Rico absolut Cool“

Maximilian hatte das große Glück, dass er sehr viel Zeit hatte, als Rico bei ihm eingezogen ist. „Ich habe versucht ihn mit möglichst vielen Sachen zu konfrontieren, um die verpatzten ersten Wochen auszugleichen. Natürlich habe ich ihn dazwischen immer wieder zur Ruhe kommen lassen, aber ich habe Rico überall mit hingenommen, in Kneipen, Restaurants, Kaufhäuser, Straßenbahnen, ich bin mit ihm sogar über einen Kirmes gelaufen.“ Das Training hat sich gelohnt, denn heute ist Rico eine sprichwörtliche „coole Socke“, im Bekanntenkreis von Maximilian wird er sogar scherzhaft „Captain Cool“ oder „Prinz Valium“ gerufen. Maximilian ist absolut begeistert von „seinem“ Rico: „Er ist ein absoluter Traumhund. Versteh mich nicht falsch, ich liebe auch die anderen Hunde unseres kleinen Rudels, aber Rico ist einfach mein Seelenhund.“

Rico Gassireport

Rico tobt gerne mit anderen Hunden beim Gassigang. Was er und Maximilian dabei alles erleben, könnt ihr in Ricos Blog nachlesen

„Ein Tierschutzhund ist genauso gut wie ein Zuchthund!“

Auf die Frage, ob Maximilian wieder einen Tierschutzhund zu sich nehmen würde, kann er keine eindeutige Antwort geben: „Unsere beiden anderen Hunde sind vom Züchter. Es heißt ja immer, dass Mischlingshunde gesünder sind, aber man kann trotzdem Pech haben. Auch ein Schäferhundmischling kann die Hüftdysplasi (HD) vom reinrassigen Elternteil abbekommen haben. Außerdem gibt es auch bei den Züchtern genug schwarze Schafe, ich denke hier sollte man sogar noch mehr die Augen offen halten, als bei einem Tierschutzhund, weil es hier auch ums Geldverdienen geht. Bei einem Tierschutzhund rechnet man einfach automatisch eher mit Problemen. Trotzdem tendiere ich eher dazu, wieder einen Hund aus dem Tierschutz aufzunehmen.“

Rico ist groß und gestromt…

… und leider bedeutet das für viele Laien gleich automatisch, dass da ein sogenannter „Kampfhund“ mitgemischt hat. Maximilian fällt es dabei dann nicht immer leicht, ruhig zu bleiben, vor allem wenn die Passanten Rico auch noch beleidigen: „Eine Mutter würde doch auch immer ihr Kind verteidigen! Aber es ist eigentlich traurig, wie wenig  Ahnung manche Leute haben. Selbst das Ordnungsamt hat mir unterstellt, dass Rico ein Kampfhund ist. Dabei ist doch die gestromte Fellfarbe bei Doggen sehr verbreitet, ja sogar eigentlich die Urfarbe.“ Bei kleineren Kindern versucht Maximilian noch aufzuklären, aber bei Erwachsenen macht das seiner Meinung nach keinen Sinn mehr. „Ich versuche dann mit Humor zu reagieren, aber Anfeindungen verletzten mich doch sehr, auch wenn ich das nicht zeige.

Rico Gassireport

„Rico ist mein Seelenhund“

 

Auch Maximilian zählt zu uns Barfern

Maximilian hat eine ganz klare Meinung zu Fertigfutter: „Ich esse selber auch lieber gute, selbstgekochte Mahlzeiten als tagein, tagaus McDonalds. Klar, am Leben hält mich beides, aber ich möchte ja auch gesund alt werden. Und das wünsche ich mir für meine Hunde auch.“ Allerdings wird nur Rico regelmäßig gebarft. „Bei unseren beiden anderen Hunden ist das etwas schwieriger, sie bekommen zwar auch ab und zu Frischfleisch, allerdings nicht so oft wie Rico. Das liegt daran, dass die beiden anderen etwas mäkelig beim Futter sind.“ Bei der Rationsberechnung ist Maximilian auch ganz pragmatisch: „Ich mache da keine Wissenschaft draus. Klar passe ich auf, dass Rico durch Abwechslung alles bekommt, was er braucht, aber ich rechne jetzt nicht jedes Milligramm aus. Der Wolf frisst schließlich auch das, was er gerade zwischen die Fänge bekommt. Einen Welpen würde ich allerdings nicht barfen. Das ist mir dann doch zu heikel, weil man da viel falsch machen kann, zum Beispiel beim Calcium-Phosphor-Verhältnis.“  Sein Fleisch besorgt Maximilian bei einem s.g. Hundemetzger. Dort bekommt er das Fleisch eingepackt und eingefroren, während er die Obst- und Gemüsemischungen bei seiner Tierärztin besorgt. „Das ist auch nicht teurer als woanders und ich weiß wenigstens genau, was drin ist und woher es kommt.“

…und wie kam es dann zu dem Blog?

Maximilian hat selbst fast 20 Jahre lang als Redakteur gearbeitet (zuletzt für Financial Times Deutschland und Capital). Schon sehr lange hat er von einem Blog geträumt, der aus der Sicht eines Hundes über den Finanzmarkt schreibt. „Hunde haben einen viel einfacheren und dadurch manchmal klareren Blick auf die Welt, deswegen habe ich immer davon geträumt einmal einen Hundefinanzblog zu schreiben. Aber durch die Arbeit bin ich nie dazu gekommen.“ Erst als dann Rico bei ihm eingezogen ist und er durch einen Jobwechsel mehr Zeit hatte, ist Maximilian irgendwann zur Tat geschritten. „Meine Freunde haben mich auf Facebook ermutigt, einen Blog zu schreiben und irgendwann habe ich mir dann selber eine Deadline gesetzt: Wenn Rico ein Jahr bei mir ist, wollte ich mit dem Blog starten. Und das habe ich auch getan, allerdings ist es ja dann doch kein Finanzblog geworden.“ Und seit Kurzem gibt es auch eine Erweiterung des Blogs „Gassireport“ bei Facebook.

 

Wir bedanken uns bei Maximilian für das nette Interview und wünschen ihm, Rico und dem Rest des Rudels noch viel Spaß und Erfolg.

Bilder:© Antje Hachmann

 

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