Die 53-Jährige Severine musste so einige schwere Zeiten nach dem Tod ihres Mannes überstehen. Doch ihre treuen Vierbeiner stehen ihr stets zur Seite und geben ihr Halt. Heute bloggt die Hundeliebhaberin über sie und erzählt humorvolle und tiefgründige Geschichten über das Leben mit Hund.

Hier geht es um tiefgründige Hunde-Geschichten.

Hier geht es um tiefgründige Hunde-Geschichten.

Die Bloggerin Severine Martens gibt in ihrem Blog Fabelschmiede und Wortsalat Geschichten aus ihrem Leben mit ihren Hunden preis. Diese waren teilweise so interessant, dass die Bloggerin schon zwei Bücher darüber veröffentlicht hat. Nun haben wir der Autorin ein paar Fragen zu ihrem Hundeblog gestellt.

Hallo Severine, wie bist du auf die Idee zu deinem Blog gekommen?

Das war vor einem guten Jahr. Ich war nach dem Tod meines Mannes immer noch in Therapie und bekam die Aufgabe, mein Leben an seiner Seite aufzuschreiben. Ich saß tagelang vor dem leeren Bildschirm und mir wollte nichts einfallen. Irgendwann krabbelte klein Luna wieder auf meinen Schoß und ich hatte die Idee, mal aufzuschreiben, wie die Kleine damals zu uns kam. Dann folgte eine Geschichte über Christians Hund, den Rocky, und dann kam die Geschichte meiner alten Tiffany. Alle diese Hunde hatten meinen Mann ja noch gekannt und waren immer noch eine Verbindung zu ihm. Das war im September letzten Jahres und alleine in diesem Monat entstanden 19 (!) Geschichten. Tja, und da diese Geschichten nun auch irgendwo hin müssen, damit sie nicht in der Schublade verschwinden, habe ich das Blog gegründet! Zu meinem eigentlichen Vorhaben, die Lebensgeschichte meines Mannes, bin ich immer noch nicht gekommen. Ich habe keine Zeit, denn ich schreibe heute Hundegeschichten und das mit steigender Begeisterung. Im September 2012 besuchten uns übrigens mal gerade 300 LeserInnen, heute sind es monatlich 6000 – mit Tendenz nach oben!

Fabelschmiede und Wortsalat – ein sehr gelungener Name – wie kam er zustande?

Der Name des Blogs war eine sehr spontane Entscheidung. Nachdem ich nun immer wieder Tiergeschichten schrieb und Fabeln sehr liebe, fand ich es irgendwie sehr passend. Der ‚Wortsalat‘ kam dazu, weil ich oft jenseits üblicher Regeln und sehr spontan schreibe (sehr zum Leidwesen meiner Lektoren) und einen leichten Hang zum Dada habe.

Die erste Freundschaftsanfrage, die ich bekam, war übrigens von einem Rezepte- und Koch-Blog, was ich sehr drollig fand! Wir sind heute noch befreundet!

Leika war der erste Hund an deiner Seite – wie alt warst du, als sie in dein Leben getreten ist?

Es war 1995 und ich war 35, aber sie war eigentlich nicht mein erster Hund. Mein erster Hund hieß Ben und war ein großer schwarzer Schäferhund (DSH). Er war der Hund meines Uropas, den wir übernahmen, als er starb. In meiner späten Jugend begleiteten mich dann Whisky und Wodka, ein kleiner brauner Mischling und ein großes weißes Mädchen, die eine Argentinische Dogge war. Leika war der erste Hund, für den ich tatsächlich ganz alleine die Verantwortung übernehmen musste und auch gerne tat. Whisky und Wodka kommen nur in den Geschichten von Lara Rehbein vor, die ein Pseudonym von mir ist.

Severine selbst kann sich ein Leben ohne Hund garnicht mehr vorstellen.

Severine selbst kann sich ein Leben ohne Hund garnicht mehr vorstellen.

Und wie viele Jahre begleiten dich jetzt schon Hunde?

Seit 33 Jahren, wenn ich den Ben außen vor lasse!

Was war damals der Grund dafür, dass du dir einen Hund „angeschafft“ hast?

Da gab es keinen besonderen Grund, Whisky kam zu mir und war auf einmal da. Wodka tat es ihm gleich und bei ihr weiß ich es noch nicht mal mehr genau, wie das kam. Ich war damals Punk, lebte in der Berliner Hausbesetzerszene und war ständig besoffen.

Leika kam über Nachbarn zu mir, weil keiner sie haben wollte und eingeschläfert werden sollte. Tiffany war ihren alten Besitzer abgehauen und lief mir und Leika zu. Der Rocky kam über meinen Mann zu mir und die Luna wurde von engagierten jungen Leuten aus einer drei Jahre dauernden Kellerhaltung befreit. Der Milow lief uns auf unserem Hundeplatz über den Weg und stand nach seiner Entführung (Rettung) aus Portugal (er ist ein ehemaliger Straßenhund) zur Vermittlung.

Es war bei allen Hunden Liebe auf den ersten Blick, alle haben sich freiwillig für uns entschieden und irgendwie fallen die bei uns sowieso immer aus dem Himmel, was eine gute Sache ist!

Würdest du sagen, deine Hunde verändern dein Leben?

Ja, aber sowas von … ! Die Hunde geben mir Halt im Leben und sie sind der Grund, warum ich an jedem Morgen wieder aus dem Bett krieche…

Könntest du noch ohne Hunde leben?

 Nein, definitiv nicht!

Du bloggst viel über deine Hunde, hast sogar schon 2 Bücher veröffentlicht, das dritte kommt im Dezember in die Läden, wann hast du angefangen über deine Hunde zu schreiben?

 Ganz genau am 05.09.2012, als das Blog ‚Fabelschmiede & Wortsalat‘ an den Start ging. Die Bücher sind immer eine Sammlung von beliebten Geschichten aus dem Blog, meistens in etwas überarbeiteten und aktualisierten Versionen.

Worum geht es in deinem aktuellen Buch „Mistköter und Seelenhunde“?

Im Wesentlichen geht es auch in diesem Buch wieder um mein gemeinsames Leben mit Luna und Milow, über unsere vielen kleinen und großen Abenteuerreisen und über dies und das aus unserem hundeligen Alltag. Ab und zu geht es auch um andere Hunde und deren Leute. Auch Fragen aus den Bereichen Tierschutz und Hundeerziehung werden berührt. Unterm Strich sind es wieder 20 unterhaltsame und nachdenklich machende Geschichten aus unseren Leben und Erleben.

Aus einem Verlags-Gutachten: „Severine Martens, eine Hundenärrin wie sie im Buche steht und selbsternannte Hundlerin, schreibt einnehmende Geschichten in deren Mittelpunkt ihre Erlebnisse mit Hunden und deren ganz besondere Beziehung zu Menschen stehen. Hunde sind der Dreh- und Angelpunkt im Leben und in den Geschichten von Severine Martens. Sie nennt sich zeitweise auch gerne Ottonormalhundehalterin oder kynologischer Vollpfosten, was sie allerdings niemals hundertprozentig ernst meint. Milow H.Lunke, ein Mischling aus Portugiesischem Podengo und Mistköter, ist einer der Protagonisten. Er lebte lange als Straßenhund in Portugal und ist ein wahrer Künstler in Sachen Selbstversorgung und Futterdiebstahl. Auf Umwegen landete er bei seinem heutigen Frauchen, die er gerne mal etwas herablassend als ‚Die‘ tituliert, weil sie nur ein Mensch ist. Heute führt er ein tolles Leben, unter anderem mit seiner Freundin Luna Blue Tausendschön, die er allerdings für eine verwöhnte Prinzessin und ‚blöde Kuh‘ hält.

Severine Martens unterhaltsame Hundegeschichten sind voller Lebensweisheiten. Es sind Geschichten zum Nachdenken, Mitfühlen und zum Schmunzeln. Sie erschließen die ganze Bandbreite des Hundewesens und des Wesens der Hunde. Ihre Texte gehen mitten ins Herz und beantworten die Frage nach dem eigentlichen Wesen der Beziehung zwischen Mensch und Tier. Ihre Hunde sind für sie Seelenhunde. Das sind für sie Hunde, zu denen sie eine ganz besondere Verbindung hat. Seelenhunde reparieren Herz und Seele, ohne etwas dafür zu verlangen und sie sind immer da, sogar über den Tod hinaus. Sie schenken Trost und Freude und werten das Leben ihrer Menschen auf eine unbeschreibliche Art und Weise auf. Ganz so, wie es eben nur Hunde können.“

dfff

Severine hat schon zwei Bücher mit den Geschichten ihres Blogs veröffentlicht.

Was machst du, wenn du nicht gerade bloggst oder an deinen Büchern schreibst?

 Hundeln, Lesen, Essen, Trinken, Schlafen und Pläne für das Leben danach schmieden, wenn ich meinen geliebten Christian und alle Tiere wiedersehe, die schon mal voraus gegangen sind!

Was ist dir am Bloggen das wichtigste? Das Schreiben selbst, das Feedback, die Leser…?

Das Feedback, denn das ist das tolle am Bloggen, dass man die Reaktion seiner LeserInnen sehr hautnah mitbekommt. Beim Bloggen kann man auch mal Fehler machen, braucht rechtschreibemäßig nicht perfekt sein und kann auch mal experimentieren. Kleine Texte können auf Großen folgen und Trauriges wechselt mit Heiterem ab. Bloggen ist eine sehr freie und dynamische Art des Schreibens und Veröffentlichens. Bücher sind sehr statisch. Wenn sie erstmal fertig sind, dann sind sie unveränderbar und man muss zusehen, dass sie auch gekauft werden. Das kann ich nicht gut, ich bin eine schlechte Verkäuferin! Meine Bücher entstehen auch immer aus den Blog-Beiträgen, sind so eine Art ‚Best of der Fabelschmiede‘. Ich liebe es zu Bloggen und ich liebe den persönlichen Kontakt zu meinen LeserInnen. Wenn das irgendwann mal nicht mehr geht, höre ich auf damit!

Bekommst du viel Feedback? Ist darunter auch mitunter negatives? Wenn ja, wie gehst du damit um?

 Ja, ich bekomme sehr viel Feedback und manchmal (ganz selten) ist da auch negatives bei, im Sinne von destruktiv und unhöflich. Aber das muss so, denn doofe Menschen gibt es überall. Ich mag Kritik auch sehr gerne haben, wenn sie wohlwollend und vor allem freundlich rüberkommt. Dafür ist das Bloggen ja da! Wobei Lob auch eine ganz, ganz tolle Sache ist, ich werde gerne gelobt. Meine Geschichten sind auch nie im eigentlichen Sinne fertig und die vielen Kommentare sind immer ein Teil von ihnen. Manche Menschen suchen irgendwelche Botschaften in meinen Texten oder meinen welche zu finden, was natürlich Käse ist. Bloggen ist wie Tagebuch schreiben. In meinem Fall vielleicht recht ungewöhnlich und literarisch, aber immer sehr persönlich und privat. Eine Botschaft an die Welt haben wir nicht!

Fotos: Fabelschmiede und Wortsalat

 

 

 

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