Jeder Hundehalter kennt die lustigen Geschichten, die wir mit Hunden so erleben. Mal stellen sie das ganze Haus auf den Kopf oder sie begeben sich auf Abenteuer-Jagd im Freien. Wenn Isabella Freunden von ihren Erlebnissen mit den Hunden erzählte, dann kam oft die Reaktion, sie könne da glatt ein Buch drüber schreiben. Doch auch wenn in ihren Hunden echte Überraschungspakete stecken und ihr Blog allerlei Geschichten erzählt, so ist es gar nicht so einfach, ein Buch zu schreiben. Mittlerweile ist es erschienen und wir haben mit der Autorin gesprochen, wie sie „auf den Hund kam“ und welche Bedeutung die Filzkugeln in ihrem Alltag spielen.
Laika
Hallo Isabella, 1991 haben dein Mann und du euren ersten Hund “Dingo” adoptiert – wie kam es dazu?

Wir wollten beide eigentlich schon immer einen Hund – bei uns beiden hatte es sich als Kind nie ergeben. Als wir dann unsere gemeinsame Wohnung hatten sowie geregelte Arbeits- bzw. Unizeiten, da schien uns der Zeitpunkt perfekt.

Wir fanden unseren Dingo im Tierheim. Viele kleine Hunde und Welpen hüpften auf einem Fellknäul rum, das sah so niedlich aus – bis dieses Fellknäul anfing sich zu bewegen. Da warfen wir den ersten Blick auf Dingo und um mich war es geschehen (was mir mein Mann übrigens heute noch vorwirft). Aber Dingo hatte die treusten Augen der Welt und er sah uns direkt an. Der kleine Hund war damals ein süßes, wuscheliges Knäuel, der mehr Dreck an sich hängen hatte als Fell.

Seitdem hast du immer Hunde gehabt, kannst du dir noch ein Leben ohne Hund vorstellen?

Eigentlich nicht – wobei ich mich an kalten und nassen Herbsttagen, wenn ich morgens um 5 Uhr mit den Hunden durch die Gegen laufen, schon frage, ob ich das wirklich so haben muss. Aber wieder daheim, eine Tasse Kaffee in der Hand, frisch geduscht und aufgewärmt, da wird mir klar: mir würde etwas fehlen, ohne die Hunde. Zu dem Thema gibt es auch einen Blogeintrag.
Müde
Seit wann bloggst du über deinen Hund und warum?

Ich habe im April 2012 angefangen zu bloggen. Vorher hatte ich ca. ein Jahr eine Webseite, aber die immer auf dem neusten Stand zu halten war sehr schwierig. Irgendwann fing ich zwangsläufig an, mich mit dem Thema ‚Bloggen‘ zu befassen. Das System schien mir einfach, ich konnte viele Menschen erreichen, viel Feedback erhalten und auch noch nebenbei Werbung für mein Buch machen

Was ist dir das Wichtigste am Bloggen? Das Schreiben selber, die Leser, das Feedback?

Für mich ist es die Kombination, die den Reiz ausmacht: eine Art Tagebuch meiner Hunde, kombiniert mit meiner Leidenschaft fürs Schreiben und Bilder beschriften. Natürlich überlegt man beim Bloggen schon, wie viel von sich man preisgeben will, was jeder sehen / lesen können soll.

Für mich kommt dabei immer noch erschwerend hinzu, dass ich an einem weiteren Buch schreibe. Der Blog soll nicht zu viel verraten, trotzdem interessant sein und vor allem ganz authentisch ICH sein.
damon
Das Feedback ist mir auch sehr wichtig. Ich war z.B. sehr überrascht, als die ersten Bilder mit Sprüchen – die ich gepostet hatte, weil ich nicht so viel Zeit für gute Beiträge hatte – so einen großen Zuspruch hatten und haben.

Bekommst du viel Feedback? Ist auch negatives darunter und wenn ja, wie gehst du damit um?

Ich bekomme einiges Feedback über die Kommentare, manches auch direkt per Mail. Die Kommentare sind meistens positiv oder neutral.

Negative Rückmeldungen zum Blog habe ich nur zwei Mal bekommen – aber auch darüber habe ich mich eigentlich gefreut. Einmal ging es um Ernährung – ein sehr spezielles Thema bei Hundehaltern; das andere Mal ging es um den Gastartikel wegen Dingos Tod – das fand eine Dame geschmacklos. Mir hat es gezeigt, dass Menschen sich intensiv mit dem auseinandersetzen, was ich schreibe.

Du hast auch ein Buch geschrieben – „Überraschungspaket Hund“ – worum geht es?

In dem Buch geht es – wie könnte es anders sein – um meine Hunde. Es steht vieles drin, was man mit Hunden so erleben kann, nicht unbedingt muss und vielleicht auch nicht will.

Wer sich einen Hund anschaffen will, kann versuchen, im Vorfeld Informationen über Charakter und rassentypische Eigenschaften seines zukünftigen Hundes zu erhalten. Aber jeder Hund ist trotzdem ein Überraschungspaket – kein Hund ist wie der andere. Ich versuche, auf meine Art zu erzählen, was passieren kann, wenn man auf den Hund kommt.

Es sind Geschichten aus dem alltäglichen Leben mit meinen Hunden. Ich hänge sehr an den Fellnasen und neige dazu, alles mit einem kleinen Augenzwinkern zu erzählen. Es gibt hupende Hunde und überschwemmte Badezimmer und vieles andere, was ich mit den Hunden erlebt habe. Der Leser erfährt, wie Mensch und Hund sich aufeinander einstellen und merkt, dass es trotzdem immer wieder Überraschungen gibt.

Wie bist du auf die Idee gekommen?

Ich habe schon immer ein Tagebuch geführt. Bei Dingo habe ich schon angefangen auch die Erlebnisse mit ihm aufzuschreiben – in den dunklen Tagen ohne Internet ging das leider nicht als Blog. Bei vielen Dingen, die uns so passiert sind, dachte ich mir, das war so lustig, erstaunlich, ungewöhnlich, unerwartet oder auch traurig, andere sollten auch daran teilhaben können. Oft wenn wir uns mit Freunden unterhalten haben und ich eine „Geschichte vom Hund“ erzählt habe, dann hieß es immer „Warum schreibst Du kein Buch darüber?“

Da ich mir schon als Teenager vorgenommen hatte, irgendwann mal ein Buch zu schreiben, ergab sich der Rest – fast – wie von selbst. ‚Fast‘ deswegen, weil ich insgesamt drei Anläufe brauchte, um das Buch wirklich zu schreiben. Ich hatte den ersten Versuch bereits 1998 gestartet – ich kam bis Seite 30, dann ging nichts mehr. Im Jahr 2006 versuchte ich es wieder. Damon war gerade eingezogen und ich wollte möglichst nichts vergessen, was ich mit Dingo erlebt hatte. Allerdings kam ich mir da beim Schreiben immer selber in die Quere: Schreibst Du in der Vergangenheitsform oder nicht? Springst Du zwischen heute und früher? Bei dem Versuch, eine gesunde Mischung zu finden, scheiterte ich erneut – diesmal bei Seite 51.

Dann im Frühjahr 2009 versuchte ich es wieder – mittlerweile war Laika eingezogen. Ich fand, es war genau die richtige Zeit für das Buch. Erschienen ist es dann 2010 und 2012 als eBook.

Kannst du dir vorstellen, ein zweites Buch zu veröffentlichen?

Ich arbeite wirklich an weiteren Büchern.Die Fortsetzung von „Überraschungspaket Hund“ soll noch kommen. Das erste Buch endet ja mit dem Abschied von Lady und dem Einzug von Laika. Das ist jetzt fast 5 Jahre her – ich habe genug neuen Schreibstoff.

Aktuell bin ich gerade dabei über Laikas gesundheitliche Probleme in ihren ersten beiden Lebensjahren zu schreiben. Vielleicht als Teil des neuen Buchs, vielleicht aber auch als kürzeren Auszug, denn die gesundheitlichen Probleme treffen auch viele andere Hunde aus Mittelmeerländern und es ist sehr umfangreich. Die endgültige Entscheidung wird noch fallen.

Du hast zwei große Hunde – wie sind die Reaktionen deiner Mitmenschen auf Damon und Laika?

Naja, ich würde Damon nicht als groß bezeichnen, bei uns ist er der „Zwerg“.Wobei eine Schulterhöhe von 42 cm nicht klein im herkömmlichen Sinn ist – für uns halt schon. Laika hat gute 20 cm mehr Höhe.
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Da wir ja schon viele Jahre immer 2 große Hunde hatten, kommen wir sehr gut zurecht. Egal ob Urlaub, Restaurant oder Feiern – wir hatten bis jetzt noch nie Probleme. Die Reaktionen sind meistens sehr positiv. Vielleicht ist es auch die Tatsache, dass wir schon so lange Hunde haben, die uns auch oft eine andere Sichtweise und Umgangswiese ermöglicht. Besonders in den letzten Jahren erhalten wir sehr viel Lob, weil wir die Hunde immer absitzen lassen, wenn wir auf Feldwegen Spaziergängern, Wanderern oder Radfahrern begegnen – es scheint so, dass andere Hundehalter oft ihre Hunde nicht mal an die Leine nehmen oder zu sich rufen. Bei Menschen, die Angst vor Hunden haben, ist so ein Verhalten natürlich fatal.

Unsere Hunde dürfen sehr viel und sind sehr oft dabei – aber die Regeln dazu, die bestimmen wir und dabei achten wir besonders darauf, dass keine anderen Menschen durch uns gestört werden. Dadurch haben wir aber auch (fast) nie Probleme.

Ich habe die Hunde ja auch mit im Büro – auch hier gibt es keine Probleme, weder mit Kollegen noch mit Kunden / Besuchern. Bei uns im Betrieb werden die „Felligen Kollegen“ gerne gesehen und auch vermisst, wenn ich ihnen mal Urlaub gebe.

Würdest du sagen, deine Hunde machen dich glücklich? Woran machst du das fest?

Ich denke, meine Hunde machen mich glücklich. Ich merke, wie schnell ich in ihrer Gegenwart entspannen kann. Egal was mich beschäftigt, bei einem Spaziergang mit den Hunden bekomme ich einen klaren Kopf – und mit ihrem teilweise sehr guten Einfühlungsvermögen merken die beiden auch, wenn ich Aufmunterung vertragen kann. Die bekomme ich dann auch. Wenn Laika sich abends auf der Couch an mich kuschelt und Damon versucht den Platz auf dem Kissen zu bekommen, dann bin ich entspannt. Es hat etwas sehr beruhigendes, wenn man schlafenden Hunden nur zusieht – ich kann es genießen.

Allerdings muss man sich darauf einlassen. Ich will auch nicht abstreiten, dass es Momente gibt, an denen ich auch mal darüber nachdenke, ob ein Leben ohne Hunde nicht auch schön wäre.

Vielen Dank für das Interview und die Bilder an Isabella.

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