Noch vor zwanzig Jahren bewachte „Hasso“ den Hof und „Greif“ begleitete seinen Herrn auf der Jagd. Seitdem haben sich der Ruf und die Aufgaben der beliebten Vierbeiner in unserer Gesellschaft stark verändert. Laut einer Studie von Prof. Dr. Renate Ohr und Dr. Götz Zeddies machen Gebrauchshunde heutzutage nur noch weniger als ein Prozent in Deutschland aus. Trotzdem sind Hunde in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Nur eben nicht mehr länger als reine Nutztiere, sondern als Familienmitglieder, die mit uns in unseren Familien zusammenleben und uns immer häufiger auch im Urlaub begleiten.

Teil der Familie

Bester Freund, Partner, Kindersatz – der Stellenwert unseres Hundes ist heutzutage ein ganz anderer als früher. Der Großteil der Hundehalter würde nicht im Traum daran denken, ihren Liebling nachts in den Zwinger zu sperren oder ihm die täglichen Streicheleinheiten vorzuenthalten. Stattdessen teilen wir mit ihm nicht nur unser Haus, sondern auch unsere Sorgen und schenken ihm unsere Liebe. Allerdings birgt das auch einige Gefahren: Der Hund ist und bliebt ein Tier und kein Mensch. Das heißt er versteht viele unserer gut gemeinten Taten einfach nicht oder kann sie nicht richtig einordnen. „Das kann so weit führen, dass der Hund nicht mehr weiß, wo er sich selbst einzuordnen hat. Ist er jetzt der Rudelführer oder welche Rolle steht ihm zu? Vielen Hunden nehmen wir damit die Sicherheit. Er muss sich auf einmal um Dinge kümmern, denen er sich eigentlich gar nicht gewachsen fühlt. Das Resultat daraus sind dann unerwünschte Handlungen.“, erklärt der Hundetrainer Jörg Ziemer. Gibt der Hundehalter dem Hund stattdessen eine souveräne Führung, lösen sich viele Probleme wie von selbst. Wie das Ganze im Einzelnen funktioniert erklären Jörg und seine Frau Kristina in Kursen und Lehrgängen.

Hundetrainer übt Leinenführigkeit

Jörg Ziemer zeigt, worauf Hundehalter beim Erlernen der Leinenführigkeit achten müssen

Hundetraining auf dem Moserhof

Dass Tina und Jörg persönlich bei Hundeproblemen helfen, ist übrigens ein Luxus. Mittlerweile geben die beiden nämlich kaum noch Kurse für Hundehalter, sondern bilden stattdessen Hundetrainer aus. Wer trotzdem bei den beiden trainieren möchte, hat dazu auf dem Moserhof in Kärnten die Möglichkeit. Deren Betreiber, Gerhild und Heinz, haben nämlich erkannt, wie wichtig vielen Besitzern ihre fröhlichen Vierbeiner geworden sind. Entsprechend haben sie auf ihrem Hof eine passende Umgebung für Hund und Herrchen kreiert. Dazu gehören nicht nur Hundekörbchen in den Chalets, sondern auch selbstgeschreinerte Hundehütten auf den Terassen. „Mittlerweile reisen fast die Hälfte aller Gäste mit Hund an.“ Kein Wunder, denn der Moserhof ist ein wahres Hundeparadies. Auf dem gesamten Gelände dürfen die Hunde frei laufen – vorausgesetzt natürlich sie sind gut erzogen und lassen andere menschliche und tierische Gäste und Bewohner in Ruhe. Bequem für die Hundehalter: Für den allmorgendlichen Spaziergang muss man nur einmal die Brücke über die Möll nehmen – schon ist man im gutseigenen Wald. Dort versteckt findet ihr dann auch einen eigenen Hundeschwimmteich, in dem sich schwimmbegeisterte Hunde austoben dürfen. Außerdem haben Gerhild und Heinz selbst ein großes Herz für die Pelztiere, was ab und an dazu führt, dass der ein oder andere Gast einen leckeren Rehknochen zugesteckt bekommt. Dieser stammt von selbstgeschossen Wild, das Heinz zusammen mit seinem Hannoveranischen Gebirgsschweißhund Heiko erlegt hat. Heiko ist nämlich noch ein echter Gebrauchshund, der seine Arbeit liebt – und auch braucht.

Hund und Herrchen

Hund und Herrchen sind nicht nur auf der Jagd ein Team, sondern auch im Alltag.

Nur ein ausgelasteter Vierbeiner ist ein glücklicher Vierbeiner

„Einem Jagdhund tut man keinen Gefallen, wenn man ihn als Familienhund hält“, da ist sich Heinz sicher. Auch die Hundetrainer finden es problematisch, wenn sich zukünftige Hundebesitzer nicht ausreichend Gedanken bei der Auswahl ihres Hundes machen. „Die meisten Hundehalter kommen aber erst, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Irgendwann ist der Leidensdruck beim Besitzer so groß, dass er sich dann doch externe Hilfe sucht.“ Der Weimeraner, der niemals von der Leine kann, der Border Collie, der die Kinder hütet und der Malinois, der nach dem dreistündigen Spaziergang immer noch vorm Besitzer steht und auf der Suche nach Action ist, sind die klassischen Beispiele für Hunde, denen eine Aufgabe fehlt. „Einer der Hauptgründe für den Besuch einer Hundeschule ist die Suche nach einem geeigneten Auslastungsmodell für den Hund. Viele Hütehunde haben zum Beispiel irrsinnigen Spaß an Treibball.“ Auch bei den Trainingswochen auf dem Moserhof lernen die Hundehalter verschiedene Auslastungsmodelle kennen, zum Beispiel das Longieren.

 

Hunde im Wasser

Im Hundesee dürfen sich die Wasserratten unter den Hunden austoben

 

Doch auch Herrchen und Frauchen kommen nicht zu kurz

„Die Trainingswochen sollen eine gute Mischung aus Spaß, Unterhaltung, Freizeit und dem Erkennen und Lösen von Problemen sein.“ Zwischen den einzelnen Terminen können die Hundehalter dann die Saunen im Badehäusel genießen oder in einer der gemütlichen Hütten einfach auch mal alle Viere von sich strecken. Abends lässt man dann bei „Null-Kilometer-Menüs“ mit Zutaten aus dem Mölltal den Abend ausklingen. Gut erholt und mit neuen Ideen fürs Hundetraining geht es dann nach der „Hundewoche“ auf dem Landgut Moserhof wieder nach Hause.

Heinz mit zwei Hunden

Heinz hat ein großes Herz für Hunde und genießt ihre Gesellschaft

Bild 1 + 3: © Moserhof

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