Michaela reist für ihr Leben gerne durchs Land und seit 2012 muss sie das nicht mehr alleine tun – fast immer im Gepäck ist seitdem nämlich Parson Russel Terrier Henri. In der heutigen Gesellschaft ist der Hund viel mehr als nur ein Tier, er zählt für uns zur Familie. Wir teilen mit ihm unseren Kummer, unsere Freizeit und unser Zuhause. Kein Wunder also, dass immer mehr Hundebesitzer auch im Urlaub nicht auf ihren Liebling verzichten wollen. Wir haben für euch Michaela von Stadt-Land-Hund befragt, wie es ihr auf ihren Reisen mit Henri ergeht und an was man als verreisendes Frauchen so alles denken muss.

Welche Anreisewege sind hundetauglich und was machst du mit deinem Hund mit? (Art der Fortbewegung, Pausen, Dauer, Reisekomfort)

Wir waren mit dem Hund mit Auto, Campingbus, Zug und Fähre unterwegs – am optimalsten ist für uns das Reisen mit dem Campingbus, man hat alles mit, was man braucht und auch genügend Platz. Henri hat eine eigene große Schlafbox, in der er gut gesichert im Bus mitfahren kann. Mit dem Bus ist das Reisen überhaupt recht komfortabel, es gibt einen Kühlschrank mit kühlen Getränken für die Menschen und das Fleisch für den Hund. Und das ist optimal, wenn man Rohfleisch füttert. Wir machen alle paar Stunden Pause und teilen längere Distanzen auf Tagesetappen – das funktioniert ganz gut.

Ist es einfacher mit einem Hund einen Städtetrip zu machen oder einen All-Inclusive-Urlaub in einer „Tourihochburg“?

Das kann ich nicht beantworten, weil ich noch nie – auch nicht ohne Hund – einen All-Inclusive-Urlaub gemacht habe. Städtetrips mit Hund haben wir schon einige hinter uns und das hat immer gut geklappt. Wir waren auch schon ein paar Mal zu viert unterwegs, dann kann man den Hund auch mal den Freunden geben und schaut sich selbst ein Museum an. Ich finde Städteurlaub mit Hund aber sehr spannend, weil man ganz leicht mit Hundebesitzern vor Ort ins Gespräch kommt und plötzlich an Orten ist, wo man sonst nie hingehen würde.

Frau mit Hund

Hund Henri begleitet Michaela nicht nur im Alltag, sondern auch auf den meisten Reisen.

Auf was sollte man bei der Buchung unbedingt achten? Wie findet man heraus, ob Hunde erlaubt sind?

Ich recherchiere alle Hotels vorher im Internet und frage immer kurz nach, ob Hunde erlaubt sind. Meistens ist das kein Problem. Henri ist ja sehr klein und deshalb auch oft gratis – manchmal zahlt man eine zusätzliche Hundereinigungspauschale. Ich versuche auch immer Hotels zu buchen, die hundefreundlich liegen. Wenn ich in der Nähe des Hotels einen Park habe, wo ich vor dem Frühstück mit dem Hund schon eine Gassi-Runde drehen kann, fängt der Tag für alle entspannter an.

Kennst du Hotels oder auch ganze Städte, die du als besonders hundefreundlich einstufen würdest?

Für Hundereisen perfekt geeignet sind Campingplätze, allerdings finde ich es angenehmer nicht in der Hauptreisezeit zu verreisen – da sind auch viele Campingplätze überlaufen und es kann schnell zu Problemen zwischen Mensch und Hund kommen. Was ich mir auch gut vorstellen kann, ist ein Urlaub in einem gemieteten Ferienhaus. Im Frühling haben wir etwas Neues ausprobiert, wir haben Venedig mit dem Hausboot bereist. Auf den Booten sind Hunde erlaubt und die Inseln um Venedig sind recht grün und teilweise autofrei. Und nachdem Henri eine große Wasserratte ist, hat er natürlich auch ausgenutzt, dass man mit einem Hausboot auch ständig eine Bademöglichkeit mit dabei hat.

Wien ist natürlich auch sehr hundefreundlich, das können wir auf jeden Fall empfehlen! Wer mehr wissen will, findet auf unserem Blog Reisetipps für einen Aufenthalt mit Hund in Wien.

Bei uns geht es ja ums Barfen – eine sehr individuelle Fütterung – wie fütterst du denn deinen Hund im Urlaub? Nimmst du etwas mit oder kaufst du vor Ort ein?

Henri wird erst seit einem halben Jahr gebarft und deshalb haben wir noch nicht viele Erfahrungen, aber bei den letzten Kurzurlauben habe ich einfach vor Ort Fleisch und Gemüse eingekauft. Das hat gut funktioniert. Für den Notfall haben wir aber immer eine Tagesration Fertigfutter mit, das gebe ich zu.

Michaela mit Henri

Beim gemeinsamen Spaziergang vergnügen sich Frauchen und Hund

Wie informierst du dich vorab, welche Vorschriften etwa in anderen Städten oder Ländern gelten? (Leinenpflicht, Maulkorbvorschriften etc.)

Bevor ich verreise, recherchiere ich alle Details im Internet – teilweise ist das aber gar nicht einfach herauszufinden. Das ist auch der Grund warum unser Blog www.stadt-land-hund.at seit kurzem einen Schwerpunkt für Reisen mit Hund hat. Wir sammeln hier die Erfahrungen, die wir in unseren bisherigen Urlauben gewonnen haben. Und wir schauen rechtzeitig vor dem Urlaub auch bei unserem Tierarzt vorbei – um auch alle Anforderungen in Bezug auf das Thema Gesundheit im Urlaubsland erfüllen zu können.

Welche Urlaubsziele oder –arten würdest du mit einem Hund meiden?

Lange Flugreisen und Reiseziele, die den Hund in irgendeiner Art und Weise gefährden könnten, kommen für mich nicht in Frage. Im Winter waren wir ein paar Wochen in Südamerika, da blieb Henri bei meinem Vater – und ich glaube, mit der Lösung sind alle happy. Super finde ich, dass man England jetzt mit dem Hund bereisen kann. Einem Parson Jack Russell Terrier ist man es schließlich schuldig, dass er einmal in seinem Leben in seine wahre Heimat kommt.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Michaela für das tolle Interview!

Beitragsbild: ©  Fly_dragonfly / istockphoto.com

Foto 2 und 3: © Bernadette Reiter-Steiner

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